Artikelformat

Der arme Pirat und die Kommunalwahlen

Nun stehe ich vor der Wahl und kann mich nicht entscheiden, die Piraten treten hier ja leider nicht an. Ich habe nun die beiden Werbeflyer der großen Volksparteien vor mir liegen und erkenne den Unterschied nicht mehr.

Die einen sagen zum Themenbereich Familie, Kinder und Jugend :

Ausweiten der Betreuungsangebote; aufrechthalten der unterschiedlichen Angebote der Kindertagesstätten; Unterstützung der Jugendarbeit; Beibehaltung günstiger Grundstückspreise.

Die anderen kontern mit:

Bedarfsgerechten Kita- und Krippenplätzen; bedarfsgerechte Öffnungszeiten in KiTa und Krippe; Unterstützung der Jugendarbeit; vernünftige Preise im Neubaugebiet.

Na gut, das war ein gut gemeintes Unentschieden.

Dann versuche ich es mal mit Bildung, ist ja wichtig:

Die einen wollen:

eine gymnasiale Oberstufe; die Anpassung der Ausstattung der Schule nach pädagogischen Grundsätzen und eine Weiterentwicklung des Ganztagsangebots

Der Mitbewerber möchte:

Die Stärkung der Gemeinschaftsschule durch Einführung einer gymnasialen Oberstufe; die Vernetzung aller Bildungseinrichtungen und die Einbindung des Förderzentrums in die Gemeinschaftsschule so wie Angebote für lebenslanges lernen.

Tja, alles zwingend notwendig und kein echtes highlight, eine leichte Führung für den Mitbewerber.

Der Bereich Infrastuktur und Finanzen muss es jetzt bringen:

Beide Volksparteien möchte fast wortgleich:

weitere gewerbliche Ansiedlungen um den Ort weiter zu beleben; die Ansiedlung von Fachärzten; weitere Angebote für Senioren und Pflege.

Gut das bringt auch nichts, dann mal die Themen welche persönlich Geld kosten werden. Ich habe nun also die Wahl zwischen:

Erhalt der kommunalen Wasserversorgung und kostenfreie Strassensanierung für Anlieger und schnelle Internetverbindung.

auf der einen Seite und

Verbesserte ÖPNV Anbindung mit dem Erhalt des “Bahnhofs” der ja nur noch ein Haltepunkt ist so wie dem Erhalt des Schwimmbads und der Bücherei als auch schnelle Internetverbindungen.

auf der anderen Seite.

Ach wie schwer hat es der Pirat, was wird von den oben genannten Unterschieden den ausufernden Kosten geopfert?

Beide Bewerber haben keine Ahnung was denn nun “schnelle Internetverbindungen” bedeuten oder wie Glasfaser bis zum Kunden für den Kunden finanzierbar sein wird. Die einen haben wenigstens eine von der Mutterpartei gepflegte Seite im großen Netz der Möglichkeiten ohne diese auch nur ansatzweise zielführend zu nutzen, die anderen haben schon seit mindesten 2001 eine Seite die schon von 325 Nutern gefunden wurde. Ja der Inhalt dieser Seite ist nun auch schon gute 12 Jahre unverändert im Netz. Ich spreche beiden Parteien die Kompetenz ab zu verstehen was sich hier im Netz entwickelt. Ich halte aber beiden Parteien zu gute das sie eine Infrastruktur für das Netz bieten wollen. Wer heute als Ort wachsen möchte muss einen leistungsfähigen Internetanschluß vorweisen können. Wenn das Netz wirklich in kommunaler Hand liegen wird ist es ein klare Standortvorteil. Nur vorbereitet und verhandelt wird schon seit vier Jahren ob das bis 2018 in Betrieb gehen wird bin ich mir nicht sicher.

Die ÖPNV Anbindung wird mit Sicherheit nur in Richtung Norden, also nach Flensburg verbessert werden denn Schleswig bedarf ja wohl keine Anbindung.

Was gibt es noch für alternativen?
Eine Liberale Liste und der SSW, ob Grüne und Linke hier überhaupt Mitspracherecht erlangen ist ungewiss.

Der arme Pirat hat ja noch etwas Zeit bis er seine beiden Kreuze setzen darf. Onlinebeteiligung und nachvollziehbare Protokolle oder gar gestreamte Ausschusssitzungen bietet ja keiner in seinem Programm.

Autor: Radzio Frank

Jahrgang 66, ein Nordlicht das seine Wurzeln im Ruhrgebiet hat und seit 2001 im hohen Norden lebt und arbeitet. Mein Blog findet Ihr unter http://bloglich.de

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.